Normalerweise (was heißt schon normal) denkt man bei Unterricht in der nullten Stunde (oh ja, 07.15 Uhr) an verschlafene, zu spät kommende, lustlose und unmotivierte Schüler und einen Lehrer, der krampfhaft versucht, trotz oktobrigem Dämmerlicht und schwieriger Lerninhalte Fröhlichkeit und Interesse am Unterrichtsthema vorzutäuschen, um die lahme Meute auf Spur zu bringen.

Doch manchmal läuft das auch andersherum. Und diese Momente muss man als Lehrer ganz intensiv genießen und als Hinweis darauf verstehen, dass man doch vielleicht einiges richtig macht in seinem Beruf.

So wie letzte Woche, als ich übermüde (bin von Natur aus eher eine Nichtvorachtuhraufsteherin, außerdem hatte meine Tochter nachts Husten), fest an meine Kaffeetasse geklammert, zu meinem Oberstufenkurs geschlurft bin. Zum Glück natürlich wie immer mit zwei fest durchgeplanten Stunden im Kopf bzw. in der Tasche, aber relativ unmotiviert, was nicht an den Schülern lag, die wirklich eine super Truppe bilden.

So auch an besagtem Tag. Nicht nur, dass alle pünktlich waren: Die meisten waren sogar erstaunlich gut gelaunt, versuchten mich mit Witzen hochzupäppeln, und der Oberschlumpf der Truppe hatte tatsächlich seine Präsentation dabei, die noch dazu ziemlich gut gelungen war.

Spätestens ab der zweiten Stunde war ich wieder da und zu üblicher Form aufgelaufen, und letztendlich haben wir gemeinsam einen – meiner bescheidenen Meinung nach – höchst produktiven Unterricht hingelegt.

Manchmal ist Schule einfach schön, und das Gerücht von der „schlimmen Jugend von heute“ schaut ziemlich blöd aus der Wäsche.

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