Weshalb erziehen wir unsere Kinder eigentlich nach Werten, die wir selbst nicht leben?

Man benimmt sich anderen gegenüber respektvoll

sagen wir unseren Kindern, während wir anderen den Stinkefinger zeigen, sie bei Diskussionen nicht ausreden lassen und über unsere Mitmenschen lästern.

Regeln sind (meist) sinnvoll und sollten eingehalten werden

sagen wir unseren Kindern, nehmen anderen die Vorfahrt, schauen beim Fahren aufs Handy und pfeifen gerne auf jede Regel, die uns nicht in den Kram passt. Das nennen wir dann selbstbewusst.

Man soll nicht lügen

bringen wir unseren Kindern bei, verteilen falsche Komplimente, hinterziehen Steuern und machen falsche Angaben bei der Krankenkasse.

Alkohol, Zigaretten und Drogen sind schädlich

sagen wir trinkend, rauchend und kiffend.

Weshalb versucht eine Generation nach der anderen, die Kinder mit Worten zu guten, vernünftigen, gerechten und ehrlichen Menschen zu erziehen, während sie bei den eigenen Handlungen alle Augen zudrückt?

Ist es der Wunsch nach nach Weltverbesserung a la „bei mir ist schon alles zu spät, du sollst es mal besser machen“?

Ist es das Wissen, wie es richtig geht, aber die Faulheit, es selbst durchzuziehen?

Vielleicht sollten wir alle mal wieder ein bisschen mehr wie die Kinder werden, die wir erziehen.

Werte sind wichtig für die Orientierung und ein gutes, gemeinsames Leben. Und sie sind zeitlos. Wer sagt, Hilfsbereitschaft, Rücksicht und Achtsamkeit seien nicht mehr zeitgemäß, trifft keine moderne Aussage, sondern eine traurige.

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