A2A917E9-F7EF-41E8-B5E1-651F577CC184Einer der großen Vorteile des Lehrerseins ist die Arbeit mit Jugendlichen. Mit Menschen, die noch unverbraucht sind, die noch Träume und Werte haben, die gern über alles und jeden diskutieren und noch für das Leben brennen. Viele Erwachsene haben irgendwann etwas „Fertiges“ – sie scheinen mit dem Leben abgeschlossen zu haben, tun nur noch das Nötigste, haben festgefahrene Meinungen und wirken starr.

Dieses Lebendige, Unverfrorene hält uns am Leben, neugierig auf die Zukunft. Doch was ist, wenn man auf einen jungen Menschen trifft, der scheinbar auf das Leben gar keine Lust hat? Und ich rede jetzt nicht von wirklich ernsten Fällen, in denen ein 18-Jähriger keinen Abschluss, keine Ausbildung und keine Zukunftsperspektive hat. Nein, ich rede von hochtalentierten Menschen, die vor Begabungen nur so strotzen, redegewandt, humorvoll, intelligent und gewinnende Persönlichkeiten sind, aber keinen Bock haben, etwas aus sich zu machen, weil das so anstrengend ist. Die sich immer mit dem Einfachsten zufrieden geben, weil es am leichtesten zu bekommen ist.

Warum beschäftigen mich diese Leute (ich nenne sie im Text Pfeifen) so?

  • Es gibt viele hirnlose, inkompetente und uninspirierte Menschen, die ihren Angestellten / Kollegen / Mitmenschen das Leben zur Hölle machen. Die Welt braucht das Gegenteil sehr viel dringender.
  • Es gibt Menschen, die nicht sonderlich begabt sind und sich trotzdem jahrelang abstrampeln, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Auf deren Kosten machen sich Pfeifen ein schönes Leben.
  • Überhaupt leben Pfeifen in ihrer ganzen Herrlichkeit auf Kosten ihrer  Umwelt. Statt der Welt etwas von ihrer Stärke zu geben, von der alle (besonders sie selbst) profitieren können, saugen sie Energie durch ihre Arroganz, die Unlust, die negative Einstellung. Ja, Pfeifen können es sich leisten, aber trotzdem ist der Preis zu hoch. Heute pfeifen sie auf die Welt, aber eines Tages, wenn sie feststellen, dass das Leben plötzlich hinter ihnen liegt, und sie doch so viel daraus hätten machen können mit ein bisschen Anstrengung, müssen sie feststellen, dass mittlerweile andere diese Chancen ergriffen haben und die Welt inzwischen auf die Pfeifen pfeift.
  • Pfeifen verpfeifen die, die an sie glauben. Die, über die sie sich heute noch lustig machen. Die, die ihnen schon mehrfach den Hintern gerettet haben, sich für sie einsetzten, als andere sie schon aufgegeben haben.

DAS macht mich wütend. Weil Pfeifen die Schätze in sich einfach nicht sehen wollen oder können.

Denn das Glück, der Stolz, die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben stellen sich nicht ein, wenn man nur lange genug gefeiert und mit möglichst wenig möglichst viel Kohle gemacht hat. Dann gäbe es unter den Superreichen nur ausgeglichene, fröhliche, in sich ruhende  Menschen. Sondern, wenn man stolz auf sich sein kann, wenn man etwas geschafft hat, seinen eigenen kleinen persönlichen Traum verwirklicht hat, wenn man merkt, dass man von anderen gebraucht wird.

Bevor die Pfeifen also selbst zu den Pfeifen werden, über die sie sich so gerne aufregen, bevor die Welt auf die Pfeifen pfeift, sollten sie doch lieber die Friedenspfeife mit ihrem inneren Schweinehund rauchen.

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