IMG_3992…man hofft, dass die Lieblingsmannschaft gewinnt, doch ab und zu kann man nicht hinsehen…

 

Wenn man sein Kind auf dem Weg durchs Leben unterstützen will, drückt man die Daumen, faltet die Hände oder umarmt das Kind.

Wenn man für seine Freunde nur das Beste will, ist man da, hört zu, packt mit an.

Was macht man aber, wenn der hauseigene Lieblingsdeutsch-LK seine Abiklausuren geschrieben hat und man selbst derjenige ist, der über Leben und Tod entscheidet?

  1. schummeln geht nicht. Abgesehen von meinem eigenen Ehrenkodex, der mich möglichst gerecht benoten lassen möchte, gibt es ja auch noch den Zweitkorrektor.
  2. wäre ich an einem schlechten Ergebnis überhaupt schuld? Schließlich haben die Schüler die Klausur geschrieben, nicht ich.

Ich schleiche also um den Stapel herum. Haben sie sich aus den drei möglichen Aufgaben wirklich diejenige ausgesucht, die ihnen am meisten liegt? Oder doch wieder – wie so viele Generationen vor ihnen – blind nach der gegriffen, die am leichtesten zu sein scheint? Haben sie die Texte verstanden? Waren sie nicht zu nervös?

Vor meinem fantasiegeplagten inneren Auge sehe ich mich eine Fünf nach der anderen verteilen und eine zombiehafte Masse an Eltern, Schülern und Vertretern der Bezirksregierung auf mich zuwanken und mit dem Finger auf mich zeigen:

Sie haben schlechten Unterricht gemacht!

Sie haben uns falsch vorbereitet!

Sie sind gar keine Lehrerin!

Dann fasse ich mir ein Herz und korrigiere los. Feuere meine Mannschaft innerlich an. Schließe die Augen, wenn ich ein Eigentor lese. Jubele über einen Volltreffer.

Denke an den Satz von Barbara Blockberg aus dem Hörspiel „Bibis neue Freundin“, das meine Tochter gerade rauf und runter hört:

Hauptsache, du bist gesund!

Das sind sie nämlich, meine zwölf Schlümpfe. Gesund. Also zumindest geistig. Es sind vernünftige, freundliche Menschen mit genug gesundem Menschenverstand, um sich in der 1. Liga zu halten.

Also, Augen auf und durch!

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