Als Kind spielt man gerne Lehrer. Vor allem das rigorose Anstreichen von Fehlern mit blutroter Farbe macht Spaß.

Als Erwachsener ist das nicht mehr ganz so prickelnd.

Die Vorteile von Korrekturarbeit:

  • Sie ist zeitlich und örtlich flexibel. Solange man die Arbeiten in einer vertretbaren Zeitspanne zurückgibt und sie so korrigiert, dass sie nicht schmutzig werden, kann man sie auch am Strand, im Café oder im Fussballstadion korrigieren.

Die Nachteile von Korrekturarbeit:

  • Sie ist fürchterlich langweilig. Wenn man den Job schon ein paar Jahre macht, berichtigt man immer wieder die gleichen Fehler oder Unzulänglichkeiten: Kein Präsens in der Inhaltsangabe, das/dass falsch geschrieben, Nomen klein…
  • Entgegen einiger Gerüchte macht es Lehrern KEINEN Spaß, schlechte Noten zu verteilen. Es ist deprimierend.
  • Man muss sich immer wieder der Frage stellen, was einen eigentlich dazu befähigt (ausser der Bezirksregierung), die Leistung anderer Menschen wirklich gerecht und fair zu bewerten. Mit Hilfe von ein paar Ziffern, Minussen und Kreuzen.

Jetzt mag man glauben, die Nachteile überwiegen.

Deshalb hält sich bei vielen hartnäckig das Vorurteil, Lehrer mit vielen Korrekturen hätten ein schwierigeres Leben als diejenigen ohne.

Das stimmt aber nur zum Teil.

Natürlich habe ich mit meiner halben Stelle und nur einem Korrekturfach eher ein Wochenende ohne Korrekturstapel im Gegensatz zu meinem Kollegen XY, der mit Deutsch, Englisch, einer vollen Stelle und viel Oberstufe jedes Wochenende mehrere Stapel auf dem Tisch liegen hat. Und das ist schön. Also für mich.

Aber ich nehme auch gern mehr Korrekturen in kauf, wenn ich dafür nette Klassen unterrichten darf.

Der wirkliche Nervkiller sind nämlich nicht die Arbeiten (und es gibt ja zum Glück auch immer viele gute), sondern die Klassen, aus denen man nach 45 oder 90 Minuten heraus kommt und sich fühlt, als habe man einen ganzen Tag bei 30 Grad im Schatten Felsbrocken geschleppt. Die Treppe hoch.

Deshalb auch hier nochmal ein Hoch auf meine Klassen dieses Schuljahr, die ich alle abgeben muss:

Meine Abiturienten waren sowieso die besten (ich berichtete)

Meine Elfer (nicht zu verwechseln mit Elfen) waren auch super lieb. Ich weiss, dass die nullte Stunde euch traumatisiert hat, aber ihr habt es geschafft! Ich hoffe sehr, dass ich einige von euch nächstes Jahr im LK oder GK wiedersehe!

Meine Siebener sind mir besonders ans Herz gewachsen. Unser Start war nämlich alles andere als reibungslos. Aber aus euch ist so eine tolle Klassengemeinschaft geworden, dass es mir auch hier leid tut, dass ihr nächstes Jahr in E- und G-Kurse aufgeteilt werdet.

Ja, eure Klausuren / Arbeiten zu korrigieren war manchmal nervig, ihr wart es selten.

Schöne Ferien!

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