In jeder Klasse gibt es diese Typen… Ein neues Thema wird vorgestellt, das bei den einen Begeisterung, und bei den anderen Angst hervorruft. Sagen wir mal, die Klasse soll den Umgang mit Tablets lernen. Nein, nicht mit Tabletten oder Tabletts. Es geht in diesem Artikel nicht um angehende Pharmazeuten oder Hoteliers. Ich spreche hier über die wundersame Welt der IT (interessante Typen), des Internets, der Tablets, Smartphones und PCs…

Da gibt es…

  • die Nerds. Sie wissen eigentlich schon alles, langweilen sich furchtbar und stellen mit ihren Geräten Dinge an, von denen der Lehrer vorne nur träumen kann.
  • die Unbeschwerten. Sie wollen direkt loslegen, herumprobieren, alles auskundschaften, Netflix lahmlegen, lustige Fotos machen und sind nur schwer von einem Wutanfall abzubringen, wenn der Lehrer alle bittet, die Tablets erstmal mit dem Bildschirm nach unten auf den Tisch zu legen, um ein Mindestmaß an Kontrolle zurückzubekommen.
  • die Furchtsamen. Alles ist schwierig, unverständlich und angsteinflößend. der Lieblingssatz dieser Spezies lautet „Ich kann das nicht!“ Sie haben immer Angst, die einzigen zu sein, die den Arbeitsauftrag nicht verstanden haben. Dabei sind sie in guter Gesellschaft und nur die einzigen, die sich trauen, nachzufragen.
  • die Rampensäue. Sie können schon viel (wenn auch lange nicht soviel wie die Nerds) und wollen mit ihrem Wissen glänzen. Bei Gruppenarbeiten tun sie sich hervor und sonnen sich in der Dankbarkeit der anderen, die froh sind, nichts tun zu müssen.

Natürlich gibt es noch viele weitere Typen. Das ist nichts Neues? Gibt es in jeder Klasse?

Mag sein.

Nur, dass ich hier nicht von einer Klasse rede, sondern von einer Lehrerfortbildung. Die uns zwei großartige Dinge nahegebracht hat: Viele schöne Tipps und Tricks für den Umgang mit dem Tablet im Unterricht und Verständnis für unsere Schüler. Da ich mich bezüglich meines Tablet-Kenntnisstands irgendwo zwischen Rampensau und Unbeschwerter befinde, hatte ich Zeit, uns zu beobachten, und bin an Folgendes erinnert worden:

  • wie sich Schüler fühlen, wenn sie Dinge erklärt bekommen, die sie schon wissen, die die anderen aber noch nicht können
  • wie sich Schüler fühlen, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben.
  • dass Schüler, wenn sie trotz Verbots am Anfang der Stunde mit ihren Geräten herumspielen, Fotos machen, surfen, das nicht aus Bosheit oder Respektlosigkeit tun, sondern weil sie nur dem zutiefst menschlichen Spieltrieb folgen, der auch Menschen über 40 nicht fremd ist…
  • wie wichtig es bei Gruppenarbeiten ist, mit wem man zusammenarbeitet.
    Natürlich müssen wir unseren SchülerInnen beibringen, mit jedem arbeiten zu können, das muss später im Beruf ja auch funktionieren. Aber genau so muss man darauf achten, dass ab und zu Neigungsgruppen möglich sind, die dem Arbeitseifer zuträglich sind.
  • dass man den Satz „Ich kann das nicht“ zum Anlass nehmen sollte, das Selbstwertgefühl seines Schützlings aufzubauen, statt „du musst dir nur mehr Mühe geben“ zu sagen

IMG_0165Wir hatten eine großartige Fortbildung, bei der wir alle etwas gelernt haben, und sei es „nur“, dass eine Klasse so gut sein kann, wie der Lehrer (egal, ob Nerd oder Rampensau) es zulässt.

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