Ich bin nun also auch auf der dunklen Seite.

C786FC5E-7C32-48C7-B8D7-5FACC2C4A51EAuch ich gehöre nun zu der Spezies, die Lehrern das Leben schwer macht, ums Kind herumhelikoptert und dabei nach gesundem Frühstück schreit.

Ich bin Mutter eines Schulkindes.

Und obwohl ich durchaus immer schon ein Herz für Eltern hatte und zum Beispiel Elternsprechtage mochte, wächst mein Verständnis für diese Spezies gerade exponentiell. Diese Ängste, die einem den Hals zuschnüren:

Ob mein Kind neben seiner besten Freundin sitzen darf?

Ob die Klassenlehrerin merkt, wie toll mein Kind ist? Was, wenn nicht? Wenn sie seine Begabungen nicht erkennt, es sich langweilt, dann stört und sich sämtliche Sympathien verscherzt? Ist dann sein Ruf als Lehrerschreck für alle Zeiten gefestigt?

Klappt auch alles? Macht mein Kind seine Hausaufgaben? Benimmt es sich ordentlich?

Beschützen die Lehrer mein Kind genügend vor den bösen Jungs aus den oberen Klassen? Einer hat sie letzte Woche an der Kapuze gezogen!

Ja, all diese Befürchtungen teile ich jetzt auch. Und letzte Woche hatten wir Elternabend. Die erste Gelegenheit, die neue Klassenlehrerin aus der Nähe zu betrachten. Meine Tochter und ihre Freundin sind sehr begeistert von ihr. Ja, sie ist jung und hübsch, aber ist sie auch kompetent?

Und plötzlich hatte ich einen Fl84C699D0-AE10-4079-8465-EB5EDF8CF5B2ashback und sah mich selbst, wie ich vor 12 Jahren das erste Mal als Klassenlehrerin vor einer Horde Eltern saß. Zum Glück waren diese damals ausgesprochen nett und hilfsbereit, besonders der schnell gewählte Pflegschaftsvorsitzende, der schon einige Kinder an der Schule hatte und sich mit dem ganzen Bestimmungskram bestens auskannte: „Frau XY,  leider müssen wir das nochmal anonym abstimmen.“

Ich war auch jung und hübsch, kompetent, aber ohne Erfahrung. Doch in den vier Jahren vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern sind meine 24 SchülerInnen zu einer engen Klassengemeinschaft zusammengewachsen.

Wie ich unsere neue Klassenlehrerin einschätze, wird es bei uns ähnlich sein.

Deshalb befinde ich mich momentan auf einem sehr schmalen Grat: Die helle Seite in mir wünscht Frau Klassenlehrerin alles erdenklich Gute, die dunkle Seite hofft, dass sie in den nächsten vier Jahren nicht schwanger wird ;-)))

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