Wir kennen sie alle aus unserer eigenen Schulzeit, diese Sätze, die den vermeintlich grauen Schulalltag noch grauer erscheinen lassen…

Wir sind hier nicht bei Wünschdirwas.

Das Leben ist kein Ponyhof.

Ich mach hier keine Show für euch.

Abgesehen davon, dass ich sehr tierlieb bin, aber selbst als Teenie nie etwas für diese nervenden Pferdenärrinnen übrig haIMG_0589tte, die in Reiterstiefeln und mit Pferdeohrringen in die Schule kamen, halte ich ein bisschen Ponyhof im Unterricht nicht für falsch. Und seien wir doch mal ehrlich – was unterscheidet die Jobbeschreibung eines Dompteurs oder Showmasters von der eines Lehrers?

  • beide stehen vor einer Horde Menschen, der sie etwas zeigen wollen
  • beide sollten reden und begeistern können

Der einzige Unterschied ist doch, dass unsere Schüler in die Schule gezwungen werden, während man im Zirkus oder im Fernsehen (für manche dasselbe) freiwillig im Publikum sitzt und horrende Preise zahlt für das, was einem da geboten werden soll. Während man schon voller freudiger Erwartung in ein Beyoncé-Konzert geht, erwartet man in der Schule eher – nichts. Doch sogar bei Harry Potter gibt es zwar ständig „jede Menge Hausaufgaben“, doch der Spaß kommt nie zu kurz. Und das, obwohl die LehrerInnen dort doch eher als streng gelten.Aber sie können etwas, was zum Glück auch viele Lehrer können: Jugendliche inspirieren. Sicher will niemand wie Professorin McGonagall oder Madame Hooch sein, doch sie werden für ihr Können und ihre Fairness bewundert, respektiert und irgendwann wird ihnen sogar willig nachgeeifert.

Lehrer müssen sich das Interesse ihrer ZusIMG_0516chauer hart erarbeiten. Und deswegen sage ich ja zum Ponyhof, ja zum Showmaster und ja zum Wunschkonzert. Das alles steht nicht im Gegensatz zu Qualität und Ernsthaftigkeit. Doch Humor, Schlagfertigkeit und Freundlichkeit erreichen oft weit mehr als Drohungen und Strafen. Und die ein oder andere lustige Anekdote zwischendurch stiehlt vielleicht ein bisschen Unterrichtszeit, sorgt aber für lockere Stimmung und eine positive Einstellung. Ich war nie gut in Mathe, aber die Rechnung „15 Minuten Spaß + 30 Minuten intensives Lernen > 45 Minuten lustloses Nachvornstarren“ geht überraschend oft auf.

In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst. (Augustinus Aurelius, 354-430)

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