Kategorie: Allgemein

„Kann der Autor das nicht einfach wörtlich so gemeint haben?“

Kann der Autor das nicht einfach wörtlich so gemeint haben? Muss man in jedes Wort ganze Welten hinein interpretieren?

Nein, muss man natürlich nicht. Ob du in einer Gedichtanalyse den Paarreim als Symbol einer liebevollen Vereinigung interpretierst oder nur als eine von wenigen Möglichkeiten der Reimbildung siehst, liegt an dem Sinnzusammenhang des Gedichts und deinem Verständnis dafür.

Interpretationen sollen dich nicht verwirren, sondern einen für dich logischen Sinn ergeben, der zu den Fakten (Entstehungszeit des Gedichts, Autor/in usw.) passt.

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Auch SchülerInnen haben ihr Kryptonit (und es ist nicht Mathe)

IMG_0293Manche SchülerInnen sind hart im Nehmen,

brüllen lieber, statt sich zu bequemen

leis und lieb und still zu sein –

zu brav kann ja auch langweilig sein.

 

Lieben, sich harte Getränke zu mixen,

Horrorstreifen zu binge-netflixenIMG_9023

rauchen, trinken, trainieren viel,

denn „Memme sein“ ist nicht ihr Stil.

 

Und doch gibt’s eins, was alle killt,

was ihren Hunger auf Coolsein stillt.

Zu cool ist kalt, und man kriegt Husten,

verliest du deinen Style, dann suchst’n:

 

Gefährlicher als jede Sause,

das ist eine Regenpause.

„Mir ist kalt!“ – „Dürfen wir rein?“IMG_2394

„Meine 500 Euro-Sneakers sauen ein!“

 

„Mama sagt, ich sei sehr kränklich –

bei Nieselregen spielen bedenklich.

Ich muss rein, ist doch verständlich?

Kann das Schaf ins Trockne endlich?“

 

IMG_9132Ich weiß nicht, ob die Avengers Schirme haben –

Harry Potter hat immerhin einen Besen.

Ich hab keinen Reim mehr,

aber Batman gute Regenkleidung!

 

Coronaverschwörung aufgedeckt: Homeschooling als haarige Angelegenheit

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Im Moment beschäftigen sich ja viele Verschwörungstheorien mit der Frage, wer denn von Corona profitieren könnte und entweder das Virus gezüchtet und verbreitet haben könnte oder wer einfach nur behauptet habe, es sei gefährlich.

Putin, Trump, die Chinesen oder Bill Gates- ich glaube ja, der Hund liegt ganz woanders begraben.

Vielmehr hüpft er scheinbar fröhlich herum, denn nach wochenlanger Recherche und nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es unser Hund sein muss.

Aslan liebt den Lockdown.

Seine komplette Herde ist seit Monaten fast jeden Tag zuhause, er wird gekuschelt, bespielt, gefüttert und kann sich 24/7 als König fühlen.

Stand Aslan ja schonmal in dem Verdacht, ein befellter Voldemort zu sein, der im Garten seine Horkruxe verbuddelt, würde ich jetzt noch weitergehen und behaupten, unser hackfressender Voldemort habe seine Dementoren und Todesser mit dem CoronaVirus infiziert, den die beiden Spezies dann wahlweise durch den Todeskuss (Dementoren) und Flüche (Todesser) weiterverbreiten, damit Aslan / Voldemort weiterhin zuhause über seine Herde herrschen kann.

Aber was weiß ich schon.

Ich bin nur ein verschwörungstheorisierender Muggel mit Horkruxen im Garten.

Der Clown und der Professor (und andere fantastische Menschenwesen und wo sie zu finden sind)

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In den sozialen Netzwerken brüsten wir LehrerInnen uns gern mit der breiten Palette unserer beruflichen Anforderungen. Wir sind nicht “nur” Lehrer, sondern auch

  • Therapeuten
  • Krankenschwestern
  • Dompteure
  • Alleinunterhalter
  • Reiseveranstalter
  • Trainer

und manchmal auch Putzfrauen, nachdem unsere Horde Wildpferde (der neueste Lieblingsbegriff meiner siebenjährigen Tochter) den Klassenraum verlassen hat und wir Krümel, Papierschnipsel, Brotdosen, zwei Orks und das Bernsteinzimmer auf dem Boden liegen sehen, es aber zu spät ist, die Horde zurückzupfeifen.

Dabei sollten wir uns immer vor Augen führen, dass auch unsere SchülerInnen nicht nur eine große Rolle in unserem Leben spielen, sondern viele. Sie sind nicht nur “die Brave”, “der Stille hinten links”, “die mit der Sauklaue” oder “der Klassenclown”. 

Sie sind Söhne und Töchter, Geschwister, Babysitter, Sportler, Musiker, zukünftige Ärzte, Verkäufer, Handwerker, kurz, Menschen mit Persönlichkeit, mit Wünschen und Zielen, die manchmal gar nichts mit Schule zu tun haben, mit Problemen, von denen wir Pädagogen aus oft gutbürgerlichen Verhältnissen nur alpträumen können, und mit Fähigkeiten, die in der Schule gar nicht zum Tragen kommen.

Als ein Abiturient, nennen wir ihn mal Tom, zu mir zum Elternsprechtag kam, um über seine eher traurige Mitarbeit in meinem Unterricht zu sprechen, hatte er seine kleine Schwester dabei. Und mir ging das Herz auf, als ich sah, wie umsichtig und liebevoll dieser “Stille von hinten links”, der nur wenig Interesse an meinem geschätzten Faust hat, mit der kleinen Madame umging. 

Ein Mädchen, das intellektuell eher hoffnungsvoller Nuancierung und oft den mitleidig lächelnden Gesichtern ihrer MitschülerInnen ausgesetzt ist, zeigte mehr Mut als all die “Normalen” um sie herum, als sie aus Versehen ein Auto stark beschädigt, sich aber nicht aus dem Staub gemacht, sondern es sofort gemeldet hat.

Noten sind zwar nicht rein subjektiv, wie viele gerne behaupten, aber sie sind nur eine Einschätzung einer bestimmten Person zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einer bestimmten Leistung und sagen nichts über die Qualität eines Menschen aus. Abgesehen davon, dass (wenn überhaupt) nur das Abiturzeugnis zählt, mit dem man sich bewerben oder einen Platz an einer Uni bekommen kann, sagen die Noten nichts über den Fleiß, den Mut oder den Anstand eines Menschen aus.

Ein 1,0-Zeugnis kann hart erarbeitet, aber auch von besonders begabten Menschen relativ leicht erworben worden sein. Ein 3,9-Zeugnis ebenfalls.

Und die ganzen Zeugnisse dazwischen, um die immer ein grosses Gewese gemacht wird, dienen dem Überblick zwischendurch, damit Eltern und Schüler wissen, wo sie stehen, was gut klappt, und wo noch nachgearbeitet werden muss.

Sobald nicht mehr der Dompteur, der Trainer oder der Professor im Vordergrund (der Tafel) steht, sondern auch der Mensch, der Partner und der selbst Lernende, haben in der Schule auch der Clown, die Babysitterin und die Flietzpiepe eine Chance.

Leistung ist gut und wichtig, natürlich wollen wir uns durch einen guten Abschluss die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, aber nicht umsonst erzählen uns die lebenserfahrenen Menschen jenseits der 80 oft, dass man sich am Ende nicht fragt, ob man auch genug Leistung erbracht hat, sondern wie man seine Mitmenschen behandelt hat, ob man es geschafft hat, eine glückliche Familie und / oder einen glücklichen Freundeskreis zu haben.

Und am allerschönsten ist es, glaube ich, wenn man sich sagen kann, dass man selbst ein paar Menschen inspirieren konnte. Schön, wenn Lehrer das schaffen. Doch das klappt in den seltensten Fällen durch gute Noten. Wir beeindrucken vielleicht durch Leistung. Doch wir inspirieren durch Menschlichkeit.

Was LehrerInnen und Eltern von Hunden lernen können…

Was ist eigentlich so toll an Hunden?

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  • sie haaren (unser Leonberger haart nicht, ich glaube, er hat beschlossen, sich durch Fellteilung zu vermehren)
  • sie fressen und schlafen den ganzen Tag
  • sie sabbern
  • sie kosten Geld

Jaja, das ist alles richtig. Aber haben sie nicht unendlich viel mehr Vorteile?

  • sie lieben dich, egal, welchen Mist du baust, ob du stinkst oder einfach nur hässlich bist
  • wenn du nach einem halbstündigen Einkauf wiederkommst, freuen sie sich, als ob du von einer monatelangen Alaskaexpedition zurückkehren würdest
  • sie schützen dich
  • sie wärmen dich
  • sie lieben bedingungslos

Das Schönste, was einem Hunde bieten, kann man eigentlich nicht beschreiben.

Dann lassen Sie’s doch.

Am schönsten ist einfach seine GegenwartCF261B86-76C4-43AE-A550-894A06F39DC7, so eine Art Aura. Das Gefühl, dass da ein Wesen in deinem Haus lebt, das nur dazu da ist, Liebe zu verteilen.

Wenn es nicht gerade schläft oder frisst.

Du nervst deinen Hund nicht. Du musst dich vor ihm nicht verstellen, nicht rechtfertigen und auch nicht beweisen. Er ist einfach nur glücklich über deine pure Existenz.

Und sowas sollten wir Eltern und LehrerInnen unseren Kindern / SchülerInnen auch hin und wieder mal vermitteln:

Hey, ich freu mich, dass du da bist. Egal, welche Noten du hast, ob du gepierct oder gerade schlecht drauf bist. Einfach nur so du als Mensch.

0C00FCE1-CE34-4DE6-84A0-74C57314A977Wir müssen diese Mitteilung ja nicht auf einen Tag legen, an dem das Pubertier gerade wach ist, kratzt und beißt. Obwohl es eigentlich genau an solchen Tagen besonders wichtig wäre…

 
 
 

Literaturquiz-wer kann’s noch?

LiteratuIMG_5715rquiz- wer kann’s noch? Mehrfachnennungen sind manchmal möglich.

 

 

 

Vormärz war

  • A) vor der Märzrevolution
  • B) im Februar

 

Poetischer Realismus bedeutet

  • A) das Glas ist halbvoll
  • B) das Glas ist nahezu fast voll
  • C) wer hat von meinem Wein getrunken???!!!

 

Faust war ein

  • A) Loser
  • B) Fauler
  • C) Streber

 

Woyzeck hatte ein

  • A) Rad ab
  • B) Jäckchen an
  • C) Messer dabei

 

Woyzeck war am Schluss des Dramas

  • A) tabulos
  • B) schuldlos
  • C) Marie los

 

Inhaltsangaben schreibt man im

  • A) Bus
  • B) Präsens
  • C) Vollrausch

 

Dem Artzt schreibt man

  • A) Briefe
  • B) den Artzt
  • C) der Arzt

 

Ein Euphemismus ist

  • A) eine Beschönigung
  • B) ein anderes Wort für Lehrer
  • C) eine Muskelzerrung

 

Beispiele für Stilmittel sind

  • A) Besen und Wischmop
  • B) Klimax und Alliteration
  • C) Fläschchen und Brust

 

Der Schüler würde Hausaufgaben machen, wenn man ihn ließe ist

  • A) eine Aussage im Konjunktiv
  • B) eine hyperbolisch-metaphorische Anapher
  • C) eine völlig unglaubwürdige Aussage

 

Nur mit den Buchstaben von kann man aus Konjunkti

  • A) sowohl ein Bindewort als auch eine Verbform basteln
  • B) Sangria ohne Strohhalm schlürfen

 

„Das Leben ist kein Wunschkonzert, und ich bin nicht euer Showmaster.“ Oder doch?

Wir kennen sie alle aus unserer eigenen Schulzeit, diese Sätze, die den vermeintlich grauen Schulalltag noch grauer erscheinen lassen…

Wir sind hier nicht bei Wünschdirwas.

Das Leben ist kein Ponyhof.

Ich mach hier keine Show für euch.

Abgesehen davon, dass ich sehr tierlieb bin, aber selbst als Teenie nie etwas für diese nervenden Pferdenärrinnen übrig haIMG_0589tte, die in Reiterstiefeln und mit Pferdeohrringen in die Schule kamen, halte ich ein bisschen Ponyhof im Unterricht nicht für falsch. Und seien wir doch mal ehrlich – was unterscheidet die Jobbeschreibung eines Dompteurs oder Showmasters von der eines Lehrers?

  • beide stehen vor einer Horde Menschen, der sie etwas zeigen wollen
  • beide sollten reden und begeistern können

Der einzige Unterschied ist doch, dass unsere Schüler in die Schule gezwungen werden, während man im Zirkus oder im Fernsehen (für manche dasselbe) freiwillig im Publikum sitzt und horrende Preise zahlt für das, was einem da geboten werden soll. Während man schon voller freudiger Erwartung in ein Beyoncé-Konzert geht, erwartet man in der Schule eher – nichts. Doch sogar bei Harry Potter gibt es zwar ständig „jede Menge Hausaufgaben“, doch der Spaß kommt nie zu kurz. Und das, obwohl die LehrerInnen dort doch eher als streng gelten.Aber sie können etwas, was zum Glück auch viele Lehrer können: Jugendliche inspirieren. Sicher will niemand wie Professorin McGonagall oder Madame Hooch sein, doch sie werden für ihr Können und ihre Fairness bewundert, respektiert und irgendwann wird ihnen sogar willig nachgeeifert.

Lehrer müssen sich das Interesse ihrer ZusIMG_0516chauer hart erarbeiten. Und deswegen sage ich ja zum Ponyhof, ja zum Showmaster und ja zum Wunschkonzert. Das alles steht nicht im Gegensatz zu Qualität und Ernsthaftigkeit. Doch Humor, Schlagfertigkeit und Freundlichkeit erreichen oft weit mehr als Drohungen und Strafen. Und die ein oder andere lustige Anekdote zwischendurch stiehlt vielleicht ein bisschen Unterrichtszeit, sorgt aber für lockere Stimmung und eine positive Einstellung. Ich war nie gut in Mathe, aber die Rechnung „15 Minuten Spaß + 30 Minuten intensives Lernen > 45 Minuten lustloses Nachvornstarren“ geht überraschend oft auf.

In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst. (Augustinus Aurelius, 354-430)

Wer bin ich eigentlich?

  • An der Uni hatte ich zwei Freundinnen, nennen wir sie mal Bianca und Heidi. Sie waren sehr unterschiedlich, aber jede auf ihre Art sehr liebenswert. Heidi und Bianca allerdings konnten sich gegenseitig gar nicht leiden.
  • Im Lehrerzimmer wird ein und derselbe Schüler manchmal völlig unterschiedlich wahrgenommen – während die einen seine große Klappe „charmant“ finden und prima mit ihm auskommen, seufzen andere über seine provokante Haltung und dass er sich nichts sagen lasse.

Wer sind wir eigentlich? Machen uns nicht unser Charakter, unsere Werte, Entstellungen u.v.m. zu einer einzigartigen Persönlichkeit? Und wenn ja, weshalb wird diese von unseren Mitmenschen ganz unterschiedlich wahrgenommen? Weshalb kam ich mit Bianca prima aus, während Heidi, mit der ich sonst meist auf einer Wellenlänge lag, nichts mit Bianca anzufangen wusste?

IMG_2325Weshalb gehen wir auf die einen Menschen ganz anders zu als auf andere? Wehalb bin ich meinen Freunden, Schülern, Kollegen gegenüber die verständnisvollste, toleranteste Person, während mich ein falsches Wort meiner Mutter auf die Palme bringt?

Weshalb bringen die Einen meine besten Seiten zum Vorschein, während mich andere eher dazu animieren, sarkastisch zu werden?

Wer wären wir, wenn wir uns wie Grénouille aus dem „Parfum“ in die absolute Einsamkeit zurückzögen und nur mit uns und unseren Gedanken und Empfindungen allein wären? Wären wir dann immer noch jemand? Aber wer? Und wozu?

Für die einen sind wir Luft, für die anderen die Welt. Allein sind wir nichts. Alles, was wir zu sagen haben, braucht jemanden, der es hört. Alles, was wir empfinden, wollen wir mit jemandem teilen. Schmerz, Freude, Hass, Wut, Trauer, all das fühlen wir wegen anderer Menschen. Existieren können wir auch allein, doch strahlen, wirken, inspirieren, beeinflussen, können wir nur mit anderen und durch andere.

Deshalb ist der Lehrberuf auch etwas Besonderes und kann für jeden, der ihn ausübt, eine große Chance bedeuten. Wir begegnen jeden Tag den unterschiedlichsten Persönlichkeiten und lernen uns dadurch selbst immer wieder neu kennen. Wenn wir möglichst viele verschiedene Charaktere mit unserem Unterricht erreichen wollen, müssen wir uns täglich neuen Herausforderungen stellen. Im Kommunizieren, Lehren, Erklären, Beschwichtigen, Loben, Kritisieren usw. wachsen wir dabei selbst, überwinden unsere Grenzen und entwickeln uns weiter.

Heute mal vor allem allen LehrerInnen, die das hier lesen, ein gutes 2019!