Vertragen wir uns doch ūüėČ

Die Jugend von heute ist nicht schlimmer als die von damals. Was immer „damals“ bedeutet. Nicht die Eltern als Gesamtpaket sind Schuld an fehlender Erziehung oder mangelndem Respekt. Auch die Lehrer sind sicher nicht die richtige Zielgruppe, wenn es darum geht, Schuldige an der „Bildungsmisere“ oder „Erziehungsmisere“ zu finden.
Es gibt eben zwei Sorten von Menschen: Die A…√∂cher und die Nicht-A…√∂cher. Gute Eltern, schlechte Eltern, gute Lehrer, schlechte Lehrer usw. Wobei wir uns ja auch erstmal dar√ľber einigen m√ľssen, was „gut“ √ľberhaupt bedeutet.
Abgesehen davon mal entgegen der immer wieder in den Medien hochgepushten Meinung:
Ich kenne sehr viele vern√ľnftige Eltern, engagierte Lehrer und nette Kinder bzw. Jugendliche. Es l√§uft nicht alles schief. Das muss bei aller (berechtigter) Kritik auch mal gesagt werden.
Am besten funktioniert Erziehung oder Bildung immer gemeinsam.

90 Prozent dieses Textes könnten von mir sein- bitte bis zum Ende lesen..!

Gutes Verhältnis?

Das Erzieher-Elternverh√§ltnis ist eins der kompliziertesten √ľberhaupt. Mit Erziehern meine ich hier im besonderen Kinderg√§rtnerInnen und LehrerInnen. Eigentlich sollte es doch eine der engsten Beziehungen √ľberhaupt sein, da beide „Parteien“ viel Zeit mit den Kindern verbringen und beide nur das Beste ereichen wollen. Sowohl in Bezug auf Bildung als auch Erziehung. Sich √ľber die gemeinsamen Ziele und √ľber Fortschritte und Probleme des Kindes auszutauschen und gegenseitige Wertsch√§tzung sind doch sicher eine gute Basis, um das Kind zu einem gl√ľcklichen, ausgeglichenen Menschen werden zu lassen.
Die Realit√§t sieht anders aus. Von Beziehungspflege und gegenseitigem Respekt ist da wenig zu sp√ľren: Eltern bringen ihre Spr√∂sslinge morgens in die Kita oder Schule, holen sie mittags wieder ab. Au√üer „Guten Morgen“ und ein paar knappen Infos wechelt man mit den P√§dagogen kaum ein Wort. Sind die Sch√ľler gr√∂√üer, kommen manche Eltern nur noch zur Schule, wenn es brennt, und dann meist nur, um Vorw√ľrfe loszuwerden. Auch umgekehrt melden sich Lehrer in der Regel bei den Eltern nur dann, wenn es ein Problem gibt. Nicht immer bleibt der Umgangston dann freundlich und h√∂flich.
Weshalb ist das so?
Gerade in diesem Bereich ist Austausch so wichtig – Eltern und P√§dagogen haben v√∂llig unterschiedliche Erwartungen an die Erziehung von Kindern, auch an die Zusammenarbeit. Dar√ľber muss man doch sprechen k√∂nnen. Auf Augenh√∂he.
Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass man bestens miteinander auskommt, ist der erste Schritt, das erste Aufeinanderzugehen, gemacht. Wenn man sich kennt, hat man weniger Skrupel, den anderen anzurufen, weil man stören, nerven oder nicht ernst genommen werden könnte.

Keksschachteln auf dem Tisch im Elternsprechtagszimmer sind ein guter Anfang ūüôā

Lehrer haben vormittags Recht und nachmittags frei.

Ich behaupte nicht, dass wir mehr arbeiten als die Menschen in der freien Wirtschaft. Ich behaupte nur, dass wir mindestens genau so viel arbeiten, psychisch stärker gefordert sind als manch anderer und deshalb auch ein paar Wochen Sommerferien brauchen und verdienen. Denn wir sollen ja nicht nur unseren Job machen: Wir sollen ihn zudem fröhlich, engagiert und gern erledigen.

Auszug aus Jennys Ragebuch, aus: Von ganzem Herzen mangelhaft

Kenn ich irgendwoher…

Neulich auf dem Lehrerparkplatz: Mutter zu Mutter: „Lehrer m√ľssen Respekt vor den Kindern haben.“ Zweifellos richtig. Aber ob denselben Mamas auch wichtig ist, dass ihre Spr√∂sslinge Respekt vor den Lehrern haben?

Kinder- und Jugendtherapeutin Martina Leibovici-M√ľhlberger.schreibt, dass immer mehr Eltern kl√§glich versagen, wenn es um die Erziehung des Nachwuchses geht.

 

Heute wieder…

Lehrer