Autor: Tina Flynn

Was ist eigentlich Schwäche?

“fehlende körperliche Funktionsfähigkeit, mangelnde Fähigkeit zu wirken, seine Funktion auszuüben.“

Das ist die Definition aus dem Wörterbuch.

Unsere Gesellschaft hat ein Problem mit Schwächen. Das beginnt schon in der Schule, in der es weniger darum zu gehen scheint, Stärken zu entwickeln, als vielmehr Schwächen auszumerzen. Auch in der Wahrnehmung von Noten schlägt sich das nieder: Während in meiner Kindheit die 3 noch das Übliche war, eine 2 als gut und eine 1 als besonders herausragende Leistung galt, scheinen heute für viele Eltern und Schüler nur noch 1en und 2en in Frage zu kommen, alles andere ist indiskutabel. Statt sich zu freuen, dass jemand in seinen starken Fächern besonders gute Noten hat und die ein oder andere 4 zu akzeptieren, läuft für viele etwas falsch, wenn nicht alle Noten gut oder sehr gut sind.

Auch körperliche Schwächen sind nur teilweise gesellschaftlich akzeptiert: Beinbruch beim Skilaufen, Grippe, verstauchter Knöchel kann jeder nachvollziehen, aber allgemeine Unsportlichkeit zieht oft die Schadenfreude der Mitschüler auf sich, psychische Krankheiten sind vielen noch suspekter. Migräne, Depressionen, Panikattacken – da simuliert doch jemand und sucht Entschuldigungen, um nicht funktionieren zu müssen.

Aus Angst vor gesellschaftlicher Missbilligung werden “Fehlfunktionen” gern unterdrückt und verschwiegen. Wer redet schon gern offen darüber, dass er Nachhilfe braucht, weil er mit dem Fach, oder eine Therapie, weil er mit dem Leben nicht mehr zurechtkommt?

Aber ist es nicht viel mutiger, seinen Problemen ins Gesicht zu sehen, sie in Angriff zu nehmen und sich Hilfe zu suchen?
Hilfe suchen ist in unserer Gesellschaft so eine Sache. Die Devise „Ich schaff das allein“ scheint einer unserer modernen Slogans zu sein.

Aber wozu?

Der Mensch ist gar nicht dazu gedacht, allein zu sein oder alles allein zu schaffen. Das weiß jeder, der schon einmal in einem gut funktionierenden Team gearbeitet hat, in das jeder seine Stärken einbringen kann, während die Schwächen von anderen ausgeglichen werden. Wenn bei uns eine Geburtstagsfeier ansteht, kocht mein Mann das Essen, ich kümmere mich um das Einpacken der Geschenke und die Deko. Es wäre wirklich niemandem geholfen, wenn er hilflos knickendes Papier zusammenkleben und ich das Essen verhunzen würde. So macht jeder das, was er am besten kann, und alle sind glücklich. Er bekommt Lob für seine Pasta, ich für mein kreatives Händchen.

Ich fänds sehr schön, wenn auch Schule zu einem solchen Team wachsen könnte, in dem Eltern, Lehrer und Schüler sich gegenseitig unterstützen. In dem Misserfolge zum Geschäft dazugehören und nicht gleich Panik auslösen nach dem Motto “mein Kind hat eine 5, wir werden alle unter der Brücke enden.” In dem nicht gelacht wird, weil einer halt länger zum Lesen braucht.

Ganz ehrlich: Welche Note auf einem Zeugnis kommentieren wir als Erstes: Die gute oder die schlechte? “Mensch, toll die 1 in Kunst!” Nö. Wir sagen: “Die Vier in Erdkunde muss weg.”

Vielleicht starten wir mal nach dem Mittagessen nicht direkt mit den Hausaufgaben, sondern sagen wie Pippi Langstrumpf:

Hier sitzen wir, du und ich, und habens schön.

korrigieren

Die Note unter einer Arbeit sagt erstmal nichts über die Qualität des stattgefunden Unterrichts oder den Charakter der Unterrichteten aus, sondern gibt Auskunft über den Wissensstand des Schülers bzw. der Schülerin. Natürlich ist es immer gut, bei schlechten Noten zu reflektieren, wie es dazu kam, und diesbezügliche Misserfolge können sowohl an schülerischer Faulheit oder IgnoranzIMG_8176 als auch an pädagogischer und / oder fachlicher Inkompetenz des Lehrers liegen. Doch der Moment der Korrektur gilt einzig und allein der Überprüfung von Wissen.

Ein “mangelhaft” unter einer Arbeit bedeutet nicht “ich bin dumm” oder “ich kann nichts”, sondern “zum jetzigen Zeitpunkt ist mein Wissen bezüglich des besprochenen Themenbereichs mangelhaft”. Wichtig ist, was man aus dieser Information macht. Resignation ist sicher ebenso wenig nützlich wie die Drohung mit dem Anwalt. Wenn ich die Schuld an meiner schlechten Note auf den Lehrer oder das komplizierte Thema schiebe, nehme ich mir jede Chance, mich zu verbessern nach dem Motto “Bringt ja eh alles nichts.” Ähnlich ist es mit der juristischen Drohung. Wenn ich davon ausgehe, dass eine Note einklagbar ist, lege ich die Verantwortung für meine Entwicklung in die Hände eines Anwalts statt in mein eigenes Hirn. Ich lerne nichts aus meinen Fehlern.

Natürlich gibt es auch schulische Gründe, einen Anwalt einzuschalten, doch das ist ein gesondertes Thema.

In der Korrektur ist es daher wichtig, sowohl die Talente und Erfolge herauszustellen, als auch unmissverständlich darzulegen, wo die individuellen Schwächen liegen. Demzufolge ist die (schlechte) Arbeit nicht das Ende einer erfolglosen Unterrichtsreihe und sollte verbrannt oder zumindest möglichst schnell verdrängt werden, sondern sie ist der Beginn meines restlichen Weges bis zum Abschluss. Sie ist eine Chance, die ich bekomme, es beim nächsten Mal besser zu machen. Deshalb sollte man sich die korrigierte Arbeit tatsächlich aufmerksam durchlesen, um aus seinen Fehlern zu lernen.

Eine Note be- und verurteilt mich nicht als Mensch. Sie zeigt mir lediglich, wo ich zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmten Fach stehe. Ob sie mich anspornt oder enttäuscht, ob sie mich resignieren lässt oder mir Grund gibt, mich mehr anzustrengen, entscheide ich ganz allein.

„Kann der Autor das nicht einfach wörtlich so gemeint haben?“

Kann der Autor das nicht einfach wörtlich so gemeint haben? Muss man in jedes Wort ganze Welten hinein interpretieren?

Nein, muss man natürlich nicht. Ob du in einer Gedichtanalyse den Paarreim als Symbol einer liebevollen Vereinigung interpretierst oder nur als eine von wenigen Möglichkeiten der Reimbildung siehst, liegt an dem Sinnzusammenhang des Gedichts und deinem Verständnis dafür.

Interpretationen sollen dich nicht verwirren, sondern einen für dich logischen Sinn ergeben, der zu den Fakten (Entstehungszeit des Gedichts, Autor/in usw.) passt.

1B17CA8C-1D23-4548-A32E-2BD6B3EE5534

Auch SchülerInnen haben ihr Kryptonit (und es ist nicht Mathe)

IMG_0293Manche SchülerInnen sind hart im Nehmen,

brüllen lieber, statt sich zu bequemen

leis und lieb und still zu sein –

zu brav kann ja auch langweilig sein.

 

Lieben, sich harte Getränke zu mixen,

Horrorstreifen zu binge-netflixenIMG_9023

rauchen, trinken, trainieren viel,

denn “Memme sein” ist nicht ihr Stil.

 

Und doch gibt’s eins, was alle killt,

was ihren Hunger auf Coolsein stillt.

Zu cool ist kalt, und man kriegt Husten,

verliest du deinen Style, dann suchst’n:

 

Gefährlicher als jede Sause,

das ist eine Regenpause.

“Mir ist kalt!” – “Dürfen wir rein?”IMG_2394

“Meine 500 Euro-Sneakers sauen ein!”

 

“Mama sagt, ich sei sehr kränklich –

bei Nieselregen spielen bedenklich.

Ich muss rein, ist doch verständlich?

Kann das Schaf ins Trockne endlich?”

 

IMG_9132Ich weiß nicht, ob die Avengers Schirme haben –

Harry Potter hat immerhin einen Besen.

Ich hab keinen Reim mehr,

aber Batman gute Regenkleidung!

 

Coronaverschwörung aufgedeckt: Homeschooling als haarige Angelegenheit

A54E92D5-4CEC-4BB7-B272-C9E5C2B12B51

Im Moment beschäftigen sich ja viele Verschwörungstheorien mit der Frage, wer denn von Corona profitieren könnte und entweder das Virus gezüchtet und verbreitet haben könnte oder wer einfach nur behauptet habe, es sei gefährlich.

Putin, Trump, die Chinesen oder Bill Gates- ich glaube ja, der Hund liegt ganz woanders begraben.

Vielmehr hüpft er scheinbar fröhlich herum, denn nach wochenlanger Recherche und nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es unser Hund sein muss.

Aslan liebt den Lockdown.

Seine komplette Herde ist seit Monaten fast jeden Tag zuhause, er wird gekuschelt, bespielt, gefüttert und kann sich 24/7 als König fühlen.

Stand Aslan ja schonmal in dem Verdacht, ein befellter Voldemort zu sein, der im Garten seine Horkruxe verbuddelt, würde ich jetzt noch weitergehen und behaupten, unser hackfressender Voldemort habe seine Dementoren und Todesser mit dem CoronaVirus infiziert, den die beiden Spezies dann wahlweise durch den Todeskuss (Dementoren) und Flüche (Todesser) weiterverbreiten, damit Aslan / Voldemort weiterhin zuhause über seine Herde herrschen kann.

Aber was weiß ich schon.

Ich bin nur ein verschwörungstheorisierender Muggel mit Horkruxen im Garten.

Der Clown und der Professor (und andere fantastische Menschenwesen und wo sie zu finden sind)

In den sozialen Netzwerken brüsten wir LehrerInnen uns gern mit der breiten Palette unserer beruflichen Anforderungen. Wir sind nicht “nur” Lehrer, sondern auch

  • Therapeuten
  • Krankenschwestern
  • Dompteure
  • Alleinunterhalter
  • Reiseveranstalter
  • Trainer

und manchmal auch Putzfrauen, nachdem unsere Horde Wildpferde (der neueste Lieblingsbegriff meiner siebenjährigen Tochter) den Klassenraum verlassen hat und wir Krümel, Papierschnipsel, Brotdosen, zwei Orks und das Bernsteinzimmer auf dem Boden liegen sehen, es aber zu spät ist, die Horde zurückzupfeifen.

Dabei sollten wir uns immer vor Augen führen, dass auch unsere SchülerInnen nicht nur eine große Rolle in unserem Leben spielen, sondern viele. Sie sind nicht nur “die Brave”, “der Stille hinten links”, “die mit der Sauklaue” oder “der Klassenclown”. 

Sie sind Söhne und Töchter, Geschwister, Babysitter, Sportler, Musiker, zukünftige Ärzte, Verkäufer, Handwerker, kurz, Menschen mit Persönlichkeit, mit Wünschen und Zielen, die manchmal gar nichts mit Schule zu tun haben, mit Problemen, von denen wir Pädagogen aus oft gutbürgerlichen Verhältnissen nur alpträumen können, und mit Fähigkeiten, die in der Schule gar nicht zum Tragen kommen.

Als ein Abiturient, nennen wir ihn mal Tom, zu mir zum Elternsprechtag kam, um über seine eher traurige Mitarbeit in meinem Unterricht zu sprechen, hatte er seine kleine Schwester dabei. Und mir ging das Herz auf, als ich sah, wie umsichtig und liebevoll dieser “Stille von hinten links”, der nur wenig Interesse an meinem geschätzten Faust hat, mit der kleinen Madame umging. 

Ein Mädchen, das intellektuell eher hoffnungsvoller Nuancierung und oft den mitleidig lächelnden Gesichtern ihrer MitschülerInnen ausgesetzt ist, zeigte mehr Mut als all die “Normalen” um sie herum, als sie aus Versehen ein Auto stark beschädigt, sich aber nicht aus dem Staub gemacht, sondern es sofort gemeldet hat.

Noten sind zwar nicht rein subjektiv, wie viele gerne behaupten, aber sie sind nur eine Einschätzung einer bestimmten Person zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einer bestimmten Leistung und sagen nichts über die Qualität eines Menschen aus. Abgesehen davon, dass (wenn überhaupt) nur das Abiturzeugnis zählt, mit dem man sich bewerben oder einen Platz an einer Uni bekommen kann, sagen die Noten nichts über den Fleiß, den Mut oder den Anstand eines Menschen aus.

Ein 1,0-Zeugnis kann hart erarbeitet, aber auch von besonders begabten Menschen relativ leicht erworben worden sein. Ein 3,9-Zeugnis ebenfalls.

Und die ganzen Zeugnisse dazwischen, um die immer ein grosses Gewese gemacht wird, dienen dem Überblick zwischendurch, damit Eltern und Schüler wissen, wo sie stehen, was gut klappt, und wo noch nachgearbeitet werden muss.

Sobald nicht mehr der Dompteur, der Trainer oder der Professor im Vordergrund (der Tafel) steht, sondern auch der Mensch, der Partner und der selbst Lernende, haben in der Schule auch der Clown, die Babysitterin und die Flietzpiepe eine Chance.

Leistung ist gut und wichtig, natürlich wollen wir uns durch einen guten Abschluss die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, aber nicht umsonst erzählen uns die lebenserfahrenen Menschen jenseits der 80 oft, dass man sich am Ende nicht fragt, ob man auch genug Leistung erbracht hat, sondern wie man seine Mitmenschen behandelt hat, ob man es geschafft hat, eine glückliche Familie und / oder einen glücklichen Freundeskreis zu haben.

Und am allerschönsten ist es, glaube ich, wenn man sich sagen kann, dass man selbst ein paar Menschen inspirieren konnte. Schön, wenn Lehrer das schaffen. Doch das klappt in den seltensten Fällen durch gute Noten. Wir beeindrucken vielleicht durch Leistung. Doch wir inspirieren durch Menschlichkeit.

Was LehrerInnen und Eltern von Hunden lernen können…

Was ist eigentlich so toll an Hunden?

556896E1-2A79-4BF5-8ED9-139E244C53F1

  • sie haaren (unser Leonberger haart nicht, ich glaube, er hat beschlossen, sich durch Fellteilung zu vermehren)
  • sie fressen und schlafen den ganzen Tag
  • sie sabbern
  • sie kosten Geld

Jaja, das ist alles richtig. Aber haben sie nicht unendlich viel mehr Vorteile?

  • sie lieben dich, egal, welchen Mist du baust, ob du stinkst oder einfach nur hässlich bist
  • wenn du nach einem halbstündigen Einkauf wiederkommst, freuen sie sich, als ob du von einer monatelangen Alaskaexpedition zurückkehren würdest
  • sie schützen dich
  • sie wärmen dich
  • sie lieben bedingungslos

Das Schönste, was einem Hunde bieten, kann man eigentlich nicht beschreiben.

Dann lassen Sie’s doch.

Am schönsten ist einfach seine GegenwartCF261B86-76C4-43AE-A550-894A06F39DC7, so eine Art Aura. Das Gefühl, dass da ein Wesen in deinem Haus lebt, das nur dazu da ist, Liebe zu verteilen.

Wenn es nicht gerade schläft oder frisst.

Du nervst deinen Hund nicht. Du musst dich vor ihm nicht verstellen, nicht rechtfertigen und auch nicht beweisen. Er ist einfach nur glücklich über deine pure Existenz.

Und sowas sollten wir Eltern und LehrerInnen unseren Kindern / SchülerInnen auch hin und wieder mal vermitteln:

Hey, ich freu mich, dass du da bist. Egal, welche Noten du hast, ob du gepierct oder gerade schlecht drauf bist. Einfach nur so du als Mensch.

0C00FCE1-CE34-4DE6-84A0-74C57314A977Wir müssen diese Mitteilung ja nicht auf einen Tag legen, an dem das Pubertier gerade wach ist, kratzt und beißt. Obwohl es eigentlich genau an solchen Tagen besonders wichtig wäre…

 
 
 

Literaturquiz-wer kann’s noch?

LiteratuIMG_5715rquiz- wer kann’s noch? Mehrfachnennungen sind manchmal möglich.

 

 

 

Vormärz war

  • A) vor der Märzrevolution
  • B) im Februar

 

Poetischer Realismus bedeutet

  • A) das Glas ist halbvoll
  • B) das Glas ist nahezu fast voll
  • C) wer hat von meinem Wein getrunken???!!!

 

Faust war ein

  • A) Loser
  • B) Fauler
  • C) Streber

 

Woyzeck hatte ein

  • A) Rad ab
  • B) Jäckchen an
  • C) Messer dabei

 

Woyzeck war am Schluss des Dramas

  • A) tabulos
  • B) schuldlos
  • C) Marie los

 

Inhaltsangaben schreibt man im

  • A) Bus
  • B) Präsens
  • C) Vollrausch

 

Dem Artzt schreibt man

  • A) Briefe
  • B) den Artzt
  • C) der Arzt

 

Ein Euphemismus ist

  • A) eine Beschönigung
  • B) ein anderes Wort für Lehrer
  • C) eine Muskelzerrung

 

Beispiele für Stilmittel sind

  • A) Besen und Wischmop
  • B) Klimax und Alliteration
  • C) Fläschchen und Brust

 

Der Schüler würde Hausaufgaben machen, wenn man ihn ließe ist

  • A) eine Aussage im Konjunktiv
  • B) eine hyperbolisch-metaphorische Anapher
  • C) eine völlig unglaubwürdige Aussage

 

Nur mit den Buchstaben von kann man aus Konjunkti

  • A) sowohl ein Bindewort als auch eine Verbform basteln
  • B) Sangria ohne Strohhalm schlürfen